Gerade aus meinem Winterschlaf erwacht, spüre ich, wie Heinrich und Hanni mich wieder auf Vorderwagen bringen. Ja, ist denn schon wieder Pfingsten? Tatsächlich geht es frisch geschmückt auf die Reise nach Dinkelsbühl. Ich wage einen besorgten Blick gen Himmel. Ob das Wetter dieses Mal besser ist? Mir quillt schon der Lack bei dem Gedanken an das Regenwetter am letzten Pfingstsonntag. Meine Befürchtung ist unbegründet. Der Himmel strahlt in schönstem Blau, kein Wölkchen trübt meine Vorfreude.

Auf der Promenade angekommen, werde ich an das Schild mit der Nummer 50 gezogen. Überall tummeln sich wie jedes Jahr unzählige Trachtenmenschen. Sind die wieder alle rausgeputzt! Alle schwirren durcheinander, begrüßen sich, wünschen sich frohe Pfingsten. Meiner Hanni wird zum Namenstag gratuliert. Das ist mir jetzt neu. Muss wohl ein Brauch sein, den ich noch nicht kannte. Dann endlich geht es los und unsere Gruppe ist nun endlich in Reih und Glied aufgestellt. Ich darf natürlich ganz vorne mit, gleich nach dem Schild und der Meschner Fahne. Moment! Die ist ja gar nicht da. Ich höre was von „im Auto vergessen“. Wie dem auch sei, dafür bin ich nun besser zu sehen.

Und noch jemanden vermisse ich. Unser Vorsitzender Hans Reinerth und die Aida sind nicht dabei. Ich erfahre,
dass sie in diesem Jahr Festabzeichen verkaufen müssen. Ganz schön beschäftigt, so ein Vorsitzender! Die
Gruppe hinter mir kann sich auch sehen lassen. 35 Menschen von zehn bis bald 90 Jahren tragen die Meschner
Tracht mit Freude. Sogar die Mediascher Tracht bereichert unsere Gruppe. Und das bei hochsommerlichen Temperaturen. Leider viel zu schnell ist der Trachtenzug vorbei.

Zum Schluss werden noch Gruppenfotos gemacht. Schon auf der Heimreise träume ich von meinem nächsten Auftritt, dem Wiedersehen mit meinen Meschnern und eine Reihe von Fragen schwirren in meinem Holzkopf.

Johanna Mantsch