Liebe Landsleute, liebe Mitglieder und Freunde der Nachbarschaft Meschen,
in diesen festlichen Ostertagen grüßt Euch der Vorstand der Siebenbürger Nachbarschaft Meschen e. V. von Herzen. Ostern ist das höchste Fest unseres Glaubens – das Fest der Auferstehung, der Hoffnung und der Erneuerung. Es ist zugleich ein Fest, das uns alle miteinander verbindet, über Grenzen und Entfernungen hinweg, und das uns an unsere gemeinsame Heimat in Siebenbürgen erinnert.
Wer in Meschen aufgewachsen ist, dem sind die Osterbräuche unserer Gemeinde unvergessen. Sie geben den Feiertagen ihre besondere Gestalt – von der stillen Einkehr des Karfreitags bis zum fröhlichen Treiben des Ostermontags. Lasst uns gemeinsam an diese Tage erinnern, die uns alle verbinden, und die zu bewahren uns aufgegeben ist.
Der Karfreitag ist ein Tag stiller Besinnung und des Fastens. Er mahnt uns, innezuhalten und des Leidens Christi zu gedenken. Am Abend versammelt sich die Gemeinde zum Gottesdienst – ein Moment der Einkehr und Gemeinschaft, der den Weg zum Osterjubel bereitet.
Am Karsamstag herrscht reges Treiben in den Meschener Häusern. Die Frauen backen die festlichen Ostergebäcke: die süße, saftige Hanklich und den Stritzel – beides Köstlichkeiten, die nach Heimat und Vorfreude duften. Während die Backöfen glühen, ziehen die Kinder aus, um Moos für das Osternest zu sammeln – ein Brauch, der die Kleinen mit strahlenden Augen in Wald und Flur schickt. Am Abend werden dann die Ostereier gefärbt, das bunte Herzstück des Festes, das Jung und Alt gemeinsam gestalten.
Der Ostersonntag beginnt mit einem ganz besonderen Klang: Die Adjuvanten begrüßen den Morgen der Auferstehung von der Anhöhe des Pfarrgartens aus mit dem Lied „Die Lerche stieg am Ostermorgen“ – ein ergreifender Moment, der die schlafende Gemeinde weckt und das Fest feierlich einläutet. Zum anschließenden Gottesdienst zieht die Gemeinde im Schmuck der Tracht in die Kirche.
Nach dem Kirchgang empfängt die Gemeinde den Pfarrer in einem festlichen Zug: Gesäumt von der Jugend in Tracht spricht der Kurator den Ostergruß aus – ein würdevoller Brauch, der die Verbundenheit von Glauben, Gemeinde und Tradition sichtbar macht. Im Anschluss erhalten die Kinder den „Osterkipfel“, eine süße Überraschung, auf die sie sich sehr freuen.
Am Ostermontag schenken die Paten ihren Patenkindern zwei bunte Ostereier und Süßigkeiten – ein herzlicher Brauch, der die besondere Patenbindung in unserer Gemeinschaft bekräftigt. Dazu kommt das fröhliche Bespritzen: Die Jungen im Schulalter besuchen morgens noch vor Schulbeginn die Mädchen zu Hause, bespritzen sie mit Parfüm und empfangen dafür Münzgeld. Jugendliche und Erwachsene pflegen diesen Brauch am Nachmittag – ein lebhaftes, heiteres Treiben, das den Ostermontag zu einem Tag der Freude und Gemeinschaft macht.
Psychologische Praxis Edda Schunn
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